28.11.2018

Kunstwerk der Woche

Die Filialkirche St. Barbara in München

Im Münchner Stadtteil Schwabing-West befand sich um 1900 ein weiträumig angelegtes Kasernenviertel. Während des Ersten Weltkrieges wurde an der 
Infanteriestraße ein Bekleidungslager gebaut, das bereits wenig später für Gottesdienste von der Militärgemeinde genutzt wurde. In den Jahren 1922/23 konnte das Lagergebäude von Militärbaumeister Karl Goebel und unter 
großem Einsatz des Militärpfarrers Balthasar Meier in eine Saalkirche umgebaut werden, die der heiligen Barbara geweiht wurde. Die Heilige, die als Patronin 
der Artillerie gilt und deshalb oft mit Kanonenrohren dargestellt wird, starb 
den Märtyrertod Ende des dritten Jahrhunderts und gilt zudem als Nothelferin. In der Kirche St. Barbara verweisen mehrere Bildwerke auf die Heilige, 
Bezug zu ihrer Vita nehmen moderne, farbstarke Glasgemälde im Chorbereich, 
die nach Entwürfen von Eva Raiser-Johanson gefertigt wurden. Seit 2014 ist 
die Pfarrei Mitglied der Nagelkreuzgemeinschaft in Deutschland, die ihren 
Ursprung im Versöhnungsgebet „Father forgive“ hat, das nach der Zerstörung der Kathedrale von Coventry 1940 von Dompropst Richard Howard an der Kirchen-
ruine angebracht wurde.

Münchner Kirchenzeitung

©Kunstverlag J. Fink/Siegfried Wameser